Prof. Heinz Rölleke

Prof. Heinz Rölleke

Professor Dr. Heinz Rölleke aus Neuß heißt der Preisträger des Wildweibchen-Preises 2006. Die Auszeichnung wird bei den 11. Reichelsheimer Märchen- und Sagentagen verliehen.

Angesichts der Tatsache, dass die Märchen der Brüder Grimm dieses Jahr die zentrale Rolle spielen, fiel der Jury die Wahl leicht. Rölleke, der als Professor an der Universität Wuppertal lehrt, erhält den Preis für seine wissenschaftliche Erforschung des Gesamtwerks der Brüder Grimm, die ihren Niederschlag in einer Vielzahl von ihm herausgegebener Märchenausgaben, aber auch in Texten, Kommentaren, Quellen und Studien gefunden hat. 

Volksliteratur ist nach Röllekes Ansicht von den Wissenschaften und der Literaturkritik viel zu lange missachtet oder gar angegriffen worden. Er selbst begegne dieser Literaturgattung ähnlich wie die Gebrüder Grimm mit der „Andacht zum (scheinbar) Unbedeutenden“, wie er in einem Interview erklärte. Märchen seien für ihn der Nährboden jeder Nationalkultur und außerdem ein durch die Urverwandtschaft ihrer Motive und Themen über die Grenzen hinweg völkerverbindendes Element.

Für Rölleke, der unter anderem bereits mit dem Brüder-Grimm-Preis der Universität Marburg ausgezeichnet wurde, ist die Verleihung des Wildweibchen-Preises Beleg dafür, dass seriöses Forschen nicht nur im wissenschaftlichen Elfenbeinturm, sondern auch an manchen Stellen der Feldforschung Würdigung und Anerkennung findet.